und das bei schnee und sturm...

Es gibt Wochenenden, an denen man besser daheim bleiben sollte: Das Radio, Fernseher, Zeitungen und Internet sagen schwere Winterunwetter voraus, Schneechaos und Sichtverhältnisse unter 0 Meter (gibts das?). Aber wer setzt sich trotzdem ins Auto und versucht nach Davos zu kommen? Nach dem Motto: Wer Schneeketten hat kommt überall hoch? Ist ne dumme Frage, natürlich hab ich das gemacht;-). Also tuckert man am schönsten Samstagmittag los, es schneit und windet seit geraumer Zeit aber was kann denn schon passieren? Dass uns dann in Zürich bei Schritttempo eine französischsprachige Dame in einem schicken BMW hintendrauf fährt, damit hätte ich nicht gerechnet und das lag auch nicht am Wetter sondern an der Konzentration der guten Frau. (wäre man spitzfindig könnte man die Konzentration sicher auch irgendwie auf das Wetter zurückführen... aber bin ich ja nicht;-)). Das ich meinen Französischjoker dabei hatte, wurde alles ganz unaufgeregt und schnell erledigt, das kalte Wetter hat auch das seinige zur Beschleunigung der Vorgangs getan und da kein Personenschaden entstand sondern nur der Kofferraumdeckel und die Stoßstange etwas gedellt sind und der Lack langsam ab ist, gings dann auch ohne große Verzögerung weiter in die Berge. Der Wind frischte immer wieder auf und wehte den Schnee böig über die Straße, wenn dann der Neben dazu kam, war eine Geschwindigkeit unter 60 angebracht. Als es von der Autobahn abging, wurde es stürmischer und einmal mußte ich mitten auf der Straße stehenbleiben weil ich sogar im Auto nicht mehr die Hand vor Augen sah, dabei war es erst kurz nach 3! Langsam hab ich das winterbereifte Auto auf der immer schneebedeckteren Straße in die Höhe gequält, bis mir irgendwann die Schneehöhe zu risikoreich war und ich die Ketten aufgezogen habe. Damit ging es, zwar langsam, doch ohne weitere Zwischenfälle bis nach Davos, wo wir freudig von eine lieben Freundin in Empfang genommen wurden. Der Schnee hatte eine Höhe von gut einem Meter erreicht und die Stimmung war unglaublich weiß und friedlich. Zur Geburtstagsfeier trauten wir uns nur in Schneehosen, da konnte man sich so herrlich in die Schneewälle am Straßenrand schmeißen, die noch nicht von gelbem Hundeurin verziert waren. Der Sonntag betörte mit unberührtem Schnee, blauem Himmel und Sonnenschein. Wen hält es da noch drinnen? Mühsam bahnt sich der Schnee(verrückte)mensch seinen Weg auf die Schatzalp, knallt sich dort in die Sonne und rennt wieder abwärts um im KaffeeKlatsch einen verspäteten Mittagessenssalat zu sich zu nehmen. Wenn Davos schon kein Herz hat, das KaffeeKlatsch ist Herz! Danach wurde es auch schon Zeit die Sachen zusammen zu suchen und die gastfreundliche Wohnung zu verlassen. Der Rückweg verlief ohne Unfall und störungsfrei (wenn man von Uneinigkeiten im Bezug auf Radiosender alle 50 km absieht) auch wenn gegen Ende wieder vermehrter Schneefall und Sturm aufkam... Wie herrlich kann doch ein Sonnenschneegebirgetag sein!

23.11.08 22:08

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